TAG Heuer Monaco Speed 12 – ein V12-Motor am Handgelenk

Es gibt Monaco-Uhren, und dann gibt es das, was TAG Heuer am Wochenende des Großen Preises von Monaco 2026 vorstellte. Die Monaco Speed 12 ist keine neue Farbvariante und kein überarbeitetes Gehäuse — sie ist ein kompletter Neuentwurf dessen, was eine Monaco sein kann, mit einem mechanischen Kunstgriff, von dem man kaum glaubt, dass er in 40 mm Titan passt.

TAG Heuer Monaco Speed 12 aus Titan mit zwolf rotierenden Kolben als Stundenanzeige

Der Hintergrund – eine Ikone, die Herausforderung verträgt

Die Heuer Monaco erschien 1969 und brach praktisch jede damals geltende Norm. Ein eckiges Gehäuse, wasserdicht, ein automatisch aufziehender Chronograph mit dem Calibre 11 — und die Krone auf der linken Seite. Von Steve McQueen im Film Le Mans von 1970 getragen, wurde sie zu einer der bekanntesten Uhren der Geschichte, nicht weil sie dezent war, sondern weil sie sich weigerte, es zu sein.

Seither lebt die Monaco-Kollektion von dieser Mischung aus Renngeschichte und Formensprache, die noch immer unverwechselbar wirkt. TAG Heuer ist offizieller Zeitnehmer der Formel 1 und Partner von Oracle Red Bull Racing — die Verbindung zum Sport ist also nicht nur Nostalgie, sondern aktiv und lebendig.

TAG Heuer Monaco Speed 12 eckiges Titangehause offenes Zifferblatt

Was ist die Speed 12 eigentlich?

Die kurze Antwort: eine springende Stundenkomplikation in Form des Kolbensystems eines V12-Motors, gebaut in Zusammenarbeit mit La Fabrique du Temps Louis Vuitton.

Die längere Antwort ist interessanter. Rund um das Zifferblatt sitzen zwölf rotierende Zylinder, exakt geformt wie die Kolben eines Zwölfzylindermotors. Wenn der Minutenzeiger eine Runde vollendet, geschieht Folgendes: Ein Kolben dreht in seine Ausgangsstellung zurück, während der nächste sich um 90 Grad dreht und die neue Stunde auf einer zuvor verborgenen Fläche zeigt. Das Ergebnis ist eine Anzeige, die die Zeit buchstäblich im Rhythmus eines Motors misst, mit zwölf Schritten pro Umdrehung.

Technisch ist es eine Variante der Spin-Time-Komplikation, ursprünglich von Michel Navas und Enrico Barbasini bei La Fabrique du Temps Louis Vuitton entwickelt und patentiert, erstmals 2009 zu sehen. TAG Heuer hat diesen Mechanismus übernommen und in ein neues Uhrwerk eingebettet — das Calibre TH84-00, ein Automatik mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und rund 45 Stunden Gangreserve — eingerahmt von der DNA der Monaco.

Die Konstruktion

Das Gehäuse ist wie immer eckig, 40 mm, aus Grade-5-Titan mit sandgestrahltem und poliertem Finish. Im Inneren wird das runde Uhrwerk von vier offenen, DLC-beschichteten Bögen gehalten, was die Tiefe und Transparenz schafft, die TAG Heuer „squaring the circle“ nennt — das Quadrat und der Kreis in einem Objekt.

Das Zifferblatt ist offen, und man blickt direkt in die Mechanik. Die zwölf Kolben sind sandgestrahlt mit gravierten, schwarz laminierten arabischen Ziffern. Der Minutenzeiger ist skelettiert und erinnert an ein Armaturenbrett-Element. In der Mitte ahmen vertikale Rillen die Abdeckbleche eines Motors nach. Nichts an dieser Uhr ist zufällig. Sie sitzt an einem schwarzen Kautschukband mit Textilprägung und roter Handnaht — das richtige Material für eine Uhr, die nicht fein, sondern schnell sein will.

TAG Heuer Monaco Speed 12 Detail des Kolben-Zifferblatts

Die Zahlen und die Verfügbarkeit

Die Monaco Speed 12 ist auf 50 nummerierte Exemplare limitiert. Der Preis liegt bei 70.000 CHF in der Schweiz, 77.000 EUR in Europa und 87.000 USD in Nordamerika, verfügbar ab Dezember 2026.

Die Wasserdichtigkeit beträgt 30 Meter — keine Taucheruhr, aber das Gehäuse hat einen mit Saphir versehenen Boden und eine Saphirlünette für maximale Sicht auf die Kolben aus allen Blickwinkeln.

TAG Heuer Monaco Speed 12 von einem Zwolfzylindermotor inspirierte Uhr

Warum das ungewöhnlich ist

Man ist leicht skeptisch gegenüber limitierten Editionen, die so viel kosten wie ein gut ausgestattetes Auto. Doch die Speed 12 ist in einem wichtigen Punkt anders: Sie ist keine oberflächliche Hommage an den Motorsport, sondern eine tatsächliche mechanische Interpretation davon. Die Kolben sind keine Dekoration — sie sind der Anzeigemechanismus. Die Form rechtfertigt die Funktion.

Auch die Zusammenarbeit mit La Fabrique du Temps Louis Vuitton ist wirklich interessant. Es ist eine der wenigen Manufakturen, die tatsächlich anspruchsvolle Komplikationsuhren als Basis gebaut hat, nicht nur als Zulieferer. Dass TAG Heuer den Spin-Time-Mechanismus exklusiv für dieses Projekt nutzen darf, sagt einiges über das Ambitionsniveau aus. Die Monaco Speed 12 trägt die Referenznummer WBW2180.FT8133 und wurde während des Formel-1-Wochenendes in Monaco im Juni 2026 vorgestellt.

Wie zeigt die Monaco Speed 12 die Zeit an?

Zwölf kolbenförmige Indikatoren rund um das Zifferblatt zeigen die Stunden. Mit jeder Umdrehung des Minutenzeigers dreht sich ein Kolben um 90 Grad und gibt die neue Stunde frei, während der vorherige in seine Ausgangsposition zurückkehrt — eine springende Stundenanzeige auf Basis des Spin-Time-Mechanismus.

Welches Uhrwerk verwendet sie?

Das automatische Calibre TH84-00, von La Fabrique du Temps Louis Vuitton aus dem patentierten Spin Time entwickelt, mit 28.800 Halbschwingungen/h und rund 45 Stunden Gangreserve.

Wie viele werden gebaut und was kostet sie?

Sie ist auf 50 nummerierte Exemplare limitiert, zum Preis von 70.000 CHF, 77.000 EUR oder 87.000 USD, verfügbar ab Dezember 2026.

Wie groß ist das Gehäuse?

Das eckige Monaco-Gehäuse misst 40 mm aus Grade-5-Titan, mit Saphirlünette, gewölbtem Saphirglas und 30 Metern Wasserdichtigkeit.