Oris Artelier Complication — die Mondphase ist zurück

Unter allem, was auf der Watches and Wonders 2026 gezeigt wurde, schlich sich Oris mit etwas etwas Leiserem als die meisten herein. Kein neues Manufakturwerk mit sechs Komplikationen, keine Kooperation mit einem Formel-1-Team. Stattdessen: eine gut gestaltete Kleideruhr mit Mondphasenanzeige und einer 24-jährigen Designerin am Ruder. Auf gewisse Weise ist das interessanter.

Oris Artelier Complication 2026 mit kastanienbraunem Zifferblatt, Mondphase und zweiter Zeitzone

Ein Klassiker, der wirklich überarbeitet wurde

Die Artelier Complication ist eine Rückkehr für eines der klassischen Modelle von Oris, aber das ist kein Nostalgie-Kick. Designerin Lena Huwiler, die direkt nach ihrem Industriedesign-Abschluss in Basel zu Oris kam, hat das alte Konzept genommen und wirklich überarbeitet. Die konkreteste Änderung: Sie ging von vier Hilfszifferblättern auf zwei herunter — Mondphase bei 12 Uhr und eine zweite Zeitzone bei 6 Uhr. Weg mit allem, was nicht gebraucht wird, behalten, was tatsächlich etwas beiträgt.

Das Zifferblatt — drei Farben, ein clever gelöstes Problem

Man sieht es am Zifferblatt. Es hat drei Zonen — eine texturierte Mitte, einen glatten Außenrand und die zwei Hilfszifferblätter — und kommt in drei Farben: Ivory, Mitternachtsblau und Kastanie. Das Kastanienbraun ist wohl jenes, das am stärksten heraussticht, mit dunkleren Hilfszifferblatt-Ringen, die die Komplikationen wirklich hervorheben. Das traditionell etwas klobige Halbmondfenster der Mondphasenanzeige ist ein bekanntes Problem der Kategorie, aber Huwiler hat es elegant gelöst, indem sie den Hintergrund des Fensters dem Sternenhimmel des Zifferblatts angleicht — das Ergebnis: Die Öffnung verschmilzt mit dem Ganzen, statt nach Aufmerksamkeit zu schreien.

Oris Artelier Complication 2026 mit mitternachtsblauem Zifferblatt

Kaliber 782 — das richtige Maß ist am besten

Unter der Haube sitzt das neue Kaliber 782, eine Modifikation des früheren 781, bei der die nun entfernten Zeiger auch ihre Räderwerke mitgenommen haben. 41 Stunden Gangreserve, Automatikaufzug. Auf dem Papier nichts Spektakuläres, aber genug für das, was sie ist — eine mechanische Uhr für den Alltag und ein bisschen mehr. Praktischer Bonus der überarbeiteten Architektur: einfacheres Einstellen, die Komplikationen lassen sich über die Krone und einen einzelnen, dezent in die Gehäuseflanke zwischen 4 und 5 Uhr integrierten Korrektor justieren.

Maße und Preis

Größenmäßig landet sie bei 39,5 mm mit einem Bandanstoß von 45,5 mm und einer Dicke von 11,8 mm. Ein vernünftiges Kleideruhren-Profil, ohne sich wie ein Überbleibsel des Makrouhren-Trends der 1990er anzufühlen. Beidseitig gewölbtes Saphirglas, Wasserdichtheit von 3 bar.

Der Preis am Lederband liegt bei 2.300 CHF (2.300 € / 2.950 $), am Stahlband bei 2.500 CHF (2.500 € / 3.150 $). Erhältlich ab Mai. Es ist keine Uhr, die mit der Faust auf den Tisch haut. Aber es ist ein durchdachtes Produkt, bei dem die Designentscheidungen tatsächlich begründet sind, und darüber zu schreiben macht immer ein bisschen mehr Spaß als über noch eine Taucheruhr mit Titanzifferblatt. Wenn dir die Heritage-Seite von Oris gefällt, siehe auch unseren Beitrag zur Oris Star Edition.

Was hat sich an der Artelier Complication 2026 geändert?

Designerin Lena Huwiler vereinfachte das Zifferblatt von vier auf zwei Hilfszifferblätter — Mondphase bei 12 Uhr und eine zweite 24-Stunden-Zeitzone bei 6 Uhr — mit Sternenhimmel-Hintergrund, der das Mondphasenfenster verschmelzen lässt.

Welches Werk und welche Größe?

Das neue Automatikkaliber 782 (vom 781 abgeleitet) mit 41 Stunden Gangreserve, in einem 39,5 mm großen Stahlgehäuse von 11,8 mm Dicke, 45,5 mm Bandanstoß und gewölbtem Saphirglas.

Was kostet die Artelier Complication?

2.300 CHF / 2.300 € / 2.950 $ am Lederband und 2.500 CHF / 2.500 € / 3.150 $ am Stahlband, erhältlich ab Mai 2026 in Ivory, Mitternachtsblau und Kastanie.