Die Cartier Roadster ist zurück — und immer noch verdammt cool

Es gibt einen hartnäckigen Mythos in der Uhrenwelt: Cartier sei für Menschen, die Schmuck am Handgelenk tragen wollen. Santos, Tank, Ballon Bleu — elegant, raffiniert und unbestreitbar schön. Aber man vergisst leicht, dass die Cartier-Brüder stets ein Auge für Maschinen hatten. Autos. Technik. Das Tempo und die Form des Mechanischen.

Die Roadster ist der Beweis

Ursprünglich 2002 lanciert, erwischte sie die Uhrenwelt etwas auf dem falschen Fuß. Da kam Cartier mit etwas, das sich tatsächlich aggressiv anfühlte: ein Zifferblatt nach dem Vorbild eines Tachometers, eine konische Krone, die wie ein Motorteil sitzt, Nieten entlang der Flanke und eine Datumslupe in Form eines Scheinwerferglases. Es war nicht hübsch. Es war cool.

Cartier Roadster 2026 mit tachometerinspiriertem Zifferblatt und konischer Krone

Jetzt ist sie zurück, auf der Watches and Wonders 2026, und Cartier hat es sich leicht gemacht: kein Versuch, etwas Neues zu erfinden. Sie nahmen das Original — um 2012 eingestellt — und machten es besser.

Handwerk im Dienst der Form

Mehr als hundert Kunsthandwerker — Designer, Uhrmacher, Zifferblattmacher, Polierer, Präger — haben an der neuen Roadster gearbeitet. Das klingt nach Marketingsprache, aber in diesem Fall sieht man es tatsächlich. Die Details sind schärfer. Das kreisförmige Muster auf dem Zifferblatt, die Minuterie, die römischen Ziffern — alles erhalten, aber verfeinert durch einen Reliefeffekt mittels geprägtem Appliqué, der Tiefe und Charakter verleiht, die dem Original fehlten. Dazu kommen vier neue Nieten auf der Lünette und ein Metallcabochon, der nun über dem Datum sitzt.

Cartier Roadster 2026 in Stahl mit weissem Zifferblatt und blauen roemischen Ziffern
Cartier Roadster 2026 in Stahl mit blauem PVD-Zifferblatt

Auf den Stahlversionen sitzen blaue oder anthrazitgraue Schwertzeiger mit Super-LumiNova. Kein lächerliches Bling, nur klare Linien, die die Zeit ordentlich ablesen lassen. Das weiße Zifferblatt ist über die ganze Reihe Standard, mit einer Ausnahme: ein dunkelblaues PVD-Zifferblatt, reserviert für die große Stahlreferenz, die an einem marineblauen Kautschukband kommt.

Zwei Größen, drei Materialien

Die große Version misst 47 x 38 mm, ist 10,06 mm dick und läuft mit Cartiers Werk 1847 MC mit 42 Stunden Gangreserve. Die mittlere misst 42,5 x 34,9 mm bei 9,7 mm Höhe, mit dem 1899 MC (demselben Kaliber wie in der neuen Tank Louis Cartier). Beide sind Manufaktur-Automatik — keine Uhr mit zugekauftem Werk in einer hübschen Hülle — und beide bis 100 Meter wasserdicht, ein echter Fortschritt für eine Cartier dieser Art.

Die Materialien? Stahl, Gold und Gold/Stahl-Kombinationen, insgesamt sieben Referenzen. Die Bänder nutzen das patentierte QuickSwitch-System, sodass man in Sekunden auf ein Alligator- oder Kautschukband wechseln kann. Die Preise starten bei 9.300 € für die mittlere Stahlversion und 10.200 € für das große Stahlmodell, steigend mit Materialien und Konfiguration.

Cartier Roadster 2026 am Handgelenk getragen

Warum das zählt

Wir Uhrenfreaks neigen dazu, Cartier in eine bestimmte mentale Schublade zu stecken. Diese Schublade ist nicht falsch — Geschichte und Ästhetik der Marke sind gewaltig. Aber die Roadster erinnert daran, dass Cartier Maschinen immer ebenso geliebt hat wie Juwelen. Eine Roadster zu tragen heißt, etwas mit Attitüde zu tragen, mit Substanz, mit einer Formsprache, die wirklich aus einer Zeit stammt, in der die Cartier-Brüder Motorhauben und Cockpitinstrumente anstarrten und dachten: Das wollen wir zu einer Uhr machen.

Es ist nicht die eleganteste Uhr ihrer Kollektion. Es ist die coolste. Und das ist mehr als genug. Für die klassischere Seite des Hauses wirf auch einen Blick auf unseren Beitrag zur Santos-Dumont 2026.

Ist die Cartier Roadster wirklich zurück?

Ja — Cartier hat die Roadster auf der Watches and Wonders 2026 mit sieben Referenzen in zwei Größen wiederbelebt, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Aus des Originals um 2012.

Welche Werke nutzt sie?

Die große (47 x 38 mm) läuft mit dem Manufaktur-Automatikwerk 1847 MC mit 42 h Reserve; die mittlere (42,5 x 34,9 mm) nutzt das 1899 MC. Beide bis 100 Meter wasserdicht.

Was kostet die neue Roadster?

Die Preise starten bei 9.300 € für die mittlere Stahlversion und 10.200 € für das große Stahlmodell, steigend mit Bicolor- und Goldkonfigurationen.